Confronto

Text von Michaela Weiß

 

In Lassee fällt im Zusammenhang mit Kirche immer öfter das Wort: Confronto. Viele Vermutungen wurden schon ans Licht gebracht, was das denn überhaupt sein könnte. Während manche darauf tippten, dass Confronto ein neues fleischloses Rezept ist, waren andere der Meinung es handle sich um eine neue Schuhmarke. Doch leider muss ich alle vegetarischen Köche und Innen, als auch die Liebhaber diverser Schuhmarken enttäuschen. Was Confronto wirklich ist, wird hier gnadenlos enthüllt:

 

Confronto-wie alles begann

Am Anfang der Confronto Idee stand ein Jubiläum: der 100. Gedenktag des Todes von Don Bosco. Im August 1988 fand dazu in seiner oberitalischen Heimat ein internationales Jugendtreffen statt. Mehr als 2.500 junge Leute aus 22 verschiedenen Nationen nahmen an der einwöchigen Veranstaltung teildie 20 österreichischen Jugendlichen kamen aus verschiedenen Einrichtungen der Salesianer Don Boscos und der Don-Bosco-Schwestern in Österreich. Gemeinsam mit Schwester Ida Jank und Pater Rudolf Osanger [Dieser ist übrigens der Verfasser von duzenden Liedern, die auch sehr oft von der LaJuBa (= Lasseer Jugend Band) gespielt werden. Ein bekanntes Beispiel ist das Lied "Erhebt eure Stimme ihr Ströme"] machten sie sich schon zuvor an 3 Vorbereitungs-wochenenden miteinander bekannt. In Turin erlebten sie dann ein Gemeinschaft, Begeisterung, Freude und Offenheit, die auch an Landesgrenzen keinen Halt machte. Eines der einprägsamsten Ereignisse war mit Sicherheit der Besuch von Papst Johannes Paul II, der eine Ansprache hielt und den Teilnehmern eine gute Nacht wünschte.

 

Die Idee

Die jugendlichen, die an diesem Treffen teil genommen hatten, beschlossen diese Art der Zusammenkunft auch in Österreich gebräuchlich zu machen. Sie wollten das Erlebte an die österreichischen Jugendlichen weitergeben. Die Confrontogruppe war somit geboren.

 

Der Ursprung

"Confronto" kommt aus dem Italienischen und bedeutet etwas so viel wie: "Vergleich", "Treffen", "Begegnung". All das bewahrheitet sich bei jedem Confrontotreffen von neuem: Der Vergleich der Art zu leben und zu beten ist ständig präsent. Jedes Confrotno ist ein Treffen, bei dem echte Begegnung mit Spiritualität, Glaube und Gemeinschaft möglich ist. Confronto ist eine Gemeinschaft von jungen Christen die gemeinsam auf den spuren Don Boscos Kirche erleben und spüren wollen. Kirche ist lebendig und alle jugendlichen haben eine Aufgabe in ihr. Sie alle wollen einen Beitrag zu einer bunten, lebendigen und dynamischen Kirche leisten und zeigen, dass Gott einen besonderen Platz in ihrem Leben hat.

 

Die Confrontotreffen

An verschiedenen Orten in ganz Österreich werden jährlich mehrere Begegnungswochenenden abgehalten. Ein Jahresmotto führt uns durch jedes Treffen und steht für action und spirit. Das heurige Jahresmotto lautet "What I´m looking for..." was so viel bedeutet wie "Nach was ich auf der Suche bin......". Lassee hatte auch heuer wieder die Ehre oder vielmehr das Vergnügen die Teilnehmer aufzunehmen. Glücklicherweise ist unsere Pfarre dynamisch und innovativ und ermöglicht es uns diese Treffen stattfinden zu lassen. Das ist leider nicht in allen Pfarren der Fall.

 

Wer war Don Bosco?

Giovanni Bosco kam am 16. August 1815 als zweiter Sohn eines Kleinbauern und Tagelöhners und dessen Frau Margherita in Becchi , einem kleinen Ort in Der Nähe von Turin, zur Welt. Bereits 1817 starb sein Vater und von Kindheit an musste Giovanni Arbeit auf dem Land und im Haushalt verrichten.Mit 9 Jahren hatte er einen Traum, der ihm sein späteres Lebensziel, die Arbeit mit Jugendlichen, vorzeichnete.Mit 11 Jahren äußerte er den Wunsch in die Schule zu gehen und Priester zu werden, doch seine Mutter konnte ihm keine Ausbildung bezahlen.

Später ergab sich die Gelegenheit bei Don Calosso, einem alten Priester, Lateinstunden zu nehmen, doch dieser starb bald darauf, ohne Giovannis Ausbildung materiell sicherstellen zu können.Später arbeitet Don Bosco als Schneider, Kellner und Schmied, doch das Schulgeld wurde dem Hochbegabten sehr bald erlassen. 1841 wurde er zum Priester geweiht und übersiedelte nach Turin und widmete sich sozialen Arbeiten.Mit der Zeit gewann er das Vertrauen von vielen Waisenkindern und nach einem Vierteljahr waren es schon 50 Mädchen und Burschen die sich ihm anschlossen. mit ihnen musizierte und spielte er oder suchte ihnen Arbeitsplätze. Die Geistlichkeit unterstützte seine Bemühungen allerdings nicht.

Glücklicherweise bekam er bald darauf das Pachtangebot für einen Landstreifen der einen alten schuppen inkludierte.Seine rastlose Arbeit forderte jedoch ein Opfer: 1846 war er am ende seiner Kräfte und erkrankte lebensgefährlich. Vor dem Spital bildeten sich schlangen junger Menschen die ihn noch einmal sehn wollten. Sie beteten für ihn und er wurde tatsächlich wieder gesund,Nach seiner Genesung folgte ihm seine Mutter nach Turin und er gründete ein Übernachtungsheim für obdachlose Kinder. Das Grundstück, das er einst gepachtet hatte, vergrößerte sich und es entstanden ein Gymnasium, eine Gewerbeschule und sogar eine eigene Kirche.

Don Boscos Druckerei sorgte für die Verbreitung seiner Schriften. Er schreib Lustspiele, über die Geschichte Italiens und Werke zur Kirchengeschichte. Als Turin sich später zu seinem industriellen Ballungsraum entwickelte und die Kluft zwischen Staat und Kirche sich vergrößerte, wurden viele Mordanschläge auf Don Bosco verübt, denen er jedoch immer entkommen konnte.1859 gründete er eine religiöse Vereinigung und machte den heiligen Franz von Sales zum Schutzpatron. Diese Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos wurde 1874 von Papst Pius IX anerkannt.

Als ihm der Wunsch nahe gelegt wurde, er möge sich auch der weiblichen Jugend widmen, machte er Maria Mazzarello zur Mitarbeiterin und Mitbegründerin der Ordensgemeinschaft Der Don-Bosco-Schwestern. Am 31. Jänner 1988 starb Don Bosco. 1934 wurde er von Papst Pius XI heilig (nicht zu verwechseln mit Papst Pius IX !!!) heilig gesprochen. Heute sind in weit mehr als 100 Ländern der Erde und auf allen Kontinenten ca 18.000 Salesianser für die Jugend tätig.

 

Confronto Lassee 2003

Bereits zum zweiten Mal fand ein Confrontotreffen in Lassee statt und hat auch diesmal knapp 72 Jugendliche angelockt. War es im Vorjahr eher ein "Experiment" ein Confronto Lassee zu machen, so ist es spätestens seit diesem Treffen eine Tatsache geworden.Ironischerweise war mehr oberösterreichische als niederösterreichische Bevölkerung anzutreffen, was die "Apfelbunki-Esser" (auf Deutsch: Apfelkuchenesser) patriotischem Jubel veranlasst hat.

Am Samstag wurde das Programm von Georg und Tom eröffnet, die eine Umfrage unter den Teilnehmern mit imaginärer Kamera und einer großen Portion Witz und Charme durchführten, welche die Frage aufwarf: "Was ist denn ein Confronto eigentlich?" Die Kärntnerin Kathi schoss schließlich den Vogel ab, indem sie mit der Aussage: "Bin ich jetzt im Fernsehen?" selbst die beiden "World´s greatest Entertainer" zum Lachen brachte. Beschwingt gings dann weiter, als Tom die Geschichte einer Piratenfamilie erzählte, die einen Schatz besaß und die Schatzkarte, ganz zufällig versteht sich, in viele Teile zerschnitten hat. Es lag nun an den Teilnehmern eine Aufgabe nach der anderen zu lösen, wie z. B. das Monster alias Tom mit einem Reim zum einschlafen zu bringen, um neue Schatzkartenteile zu erlangen und somit den Schatz der Schätze zu erhalten: Die Hausordnung.......und eine Tafel Nougat-Schokolade.

Dann folgte der ruhigere Teil des Nachmittages - die thematische Einheit. Die Teilnehmer bildeten Kleingruppen und machten es sich in den verschiedene Räumen des Pfarrheims bequem. Nach dem Vorbild Abrahams, welcher sich schon lange vor uns auf die Suche nach dem Land seiner Träume gemacht hatte , versuchten auch wir uns Schritt für Schritt dem Ort unserer Sehnsucht zu nähern.

Was wäre ein Lasseer Confronto ohne die berühmten Spaghetti zum Abendessen? Das Küchenteam hatte ganze Arbeit geleistet und alle waren satt und zufrieden. Danach marschierte die Truppe zum nahe gelegenen Wald, ums sich auf die berühmt berüchtigte Wolfsaga vorzubereiten. Geschminkt und bemalt sein war Voraussetzung und am Ende war vom "Wolf" bis zur "lebenden Österreichfahne" alles vorhanden.

Am gemeinsamen Lagerfeuer wurde eine Messe gefeiert und Tee ausgeschenkt. Dann marschierte man mehr oder weniger erschöpft zurück ins Pfarrheim, wo bereits weitere Aktivitäten auf die Teilnehmer warteten. Eine besondere Attraktion war das " Casino" bei dem um Bohnen gespielt wurde. Michael, Georg und Tom waren im Anzug anzutreffen und boten sowohl einen seriösen als auch einen kultig-komischen Anblick. Um halb zwei wurde dem fröhlichen Treiben ein Ende gesetzt, denn das Bett (oder besser gesagt der Schlafsack) rief.

Frisch fromm fröhlich frei (oder wenigstens so ähnlich) sprangen die Teilnehmer um 8 aus den Betten und stärkten sich am reichhaltigen Frühstücksbüffet. Anschließend folgte das Morgenlob, welches uns die individuellen Sichtweisen eines jeden Menschen vor Augen hielt. Danach war die Gelegenheit um diverse Workshops wie z. b den Bibelworkshop, den Don Bosco-Workshop oder den Kreativ-Workshop zu besuchen.

Nach dem anschließenden Mittagessen war "Happy-Cleaning" an der Reihe und dann kam der Abschluss. Die Fotopräsentation verschaffte noch einmal einen Überblick über das Wochenende und so manch peinlicher Schnappschuss erheiterte die Teilnehmer. Der Abschied war weder kurz noch schmerzlos, dafür aber lang und herzlich.

 

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